Geschichte

Dem nur noch in Fragmenten erhaltenen Protokoll des damaligen Geschäftsführers Peter Köck konnten wir entnehmen, daß schon seit dem Jahre 1937 die Schafzucht in Ehrwald unter dem Vereinsnamen "Schafzuchtverein Wettersetin Ehrwald – Biberwier" betrieben wurde.

Bei der Generalversammlung im Jahre 1942 wurde ein Mitgliedsbeitrag von zwei Reichsmark festgesetzt. Besonders in den Kriegszeiten wurden die Schafbauern mit einigen Problemen konfrontiert. Wertvolle Zuchtschafe kamen während der Sommermonate abhanden – ebenso mussten des öfteren Weideflächen gewechselt werden, sodaß dies sowohl für die Hirten als auch für die Tiere äußerst unangenehm war.

Die damaligen Mitglieder aus dem Nachbarort Biberwier schlossen sich im Jahre 1946 dem neugegründeten Schafzuchtverein Biberwier an. Zur selben Zeit zählte man im Ehrwalder Schafzuchtverein 11 Mitglieder. Der Geschäftsführer Peter Köck war in der Schafzucht sehr engagiert.

So schrieb er am Schluß seiner Aufzeichnung den Satz, der wohl für alle damaligen aber auch heutigen Züchter gilt:

"Haltet zusammen und bleibt der edlen Bergschafzucht treu, denn nur mit Ausdauer und Züchterfleiß können wir das gesteckte Zuchtziel erreichen".

In den fünziger Jahren wurde der Verein aufgelöst, und die noch verbliebenen Ehrwalder Schafzüchter schlossen sich dem Biberwierer Verein an.

Zu Beginn der siebziger Jahre wuchs bei den damaligen Schafhaltern das Interesse, wieder einen eigenen Verein zu gründen. Nach mehreren Anläufen gelang es 1972/73 einen Verein mit dem Namen "Schafzuchtverein Wetterstein Ehrwald" aus der Taufe zu heben. Damals zählte man 14 Züchter und 26 Mitglieder.

Der erste Ausschuß setzte sich wie folgt zusammen:

  • Obmann: Hansjörg Bader "Grell"
  • Stellvertreter: Georg Schennach "Gaber"
  • Zuchtbuchführer: Adolf Wilhelm "Zuntl"
  • Ausschussmitglieder: Max Schretter "Hoisli", Josef Paulweber "Zechel"

Die Schafe weideten damals am Fuße des Wettersteingebirges von den Thörlen bis zur Holzverwies.

Die erste Gebietsausstellung wurde 1974 beim "Heiligen" abgehalten und war ein voller Erfolg. Neuer Obmann wurde 1977 Klaus Steger. Die Anzahl der Züchter steig auf 27, die der Mitglieder auf 50 an. In diesem Jahr fand der erste Schäferball am Unsinnigen Donnerstag im "Sonnencafè Schneider" statt. Ebenso wurde zum erstenmal die "Schafschoad" am Martinsplatz abgehalten. In den vorangegangenen Jahren fand die "Schoad" beim "Heiligen" und im Hof statt. Bei der Gebietsausstellung 1977 beim Gasthof "Wildschütz" siegten die Ehrwalder Züchter in allen Klassen.

Ein eigenes Wappen trägt der Verein seit 1979. In diesem Jahr fand erstmalig das mittlerweile schon zur Tradition gewordene Lammessen im Sonnencafè Schneider statt. Zu diesem kulinarischen Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres werden alle Mitglieder mit einer Begleitperson eingeladen.

Unter Obmann Klaus Steger organisierte der Schafzuchtverein 1979 zusammen mit der Bürgermusikkappelle Ehrwald den Nikolausumzug, welcher heute nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender wegzudenken ist.

Mit der Freiwilligen Feuerwehr Ehrwald wurde ein eigenes Nikolauskomitee gebildet, dem unser Züchter Patrick Wilhelm vorsteht.


Auch für die anderen Ehrwalder Vereine stand bei den Schäfern immer eine Tür offen. So wurde beispielsweise beim Umzug des Musikfestes 1984 mit einem Festwagen teilgenommen.Zu Beginn der 80er Jahre befand sich der Schafzuchtverein Ehrwald in der Hochblüte. Es war eine Zeit, in der man viel Augenmerk auf die Kameradschaftspflege legte. Dies beweisen die regelmäßigen Ausflüge, welche seit 1980 immer auf dem Programm eines jeden Vereinsjahres stehen. Neuer Obmann wurde 1982 Alois Steger. In dieser Zeit wurde nach zähen Verhandlungen mit dem Bau eines Geräteschuppens beim "Kalkofen" (= heutiges Bauhofareal) begonnen. Dieser Schuppen dient der Lagerung von sämtlichen Utensilien, die der Schafzuchtverein zu Abhaltung diverser Feste benötigt.

Durch den tragischen Tod unseres Obmannes Luis Steger am 12. Juni 1985 mußte der damalige Stellvertreter Rudolf Schretter den Verein übernehmen und behielt das Obmannamt bis zum Jahre 1990. In dieser Periode wurde das Räudebad im Hof erbaut. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es entstanden große Weideprobleme wegen Forst und Jagd. Deshalb gaben viele Züchter auf und verkauften ihre Tiere. Der Schafzuchtverein befand sich auf einem Tiefpunkt. 1990 übernahm Paul Bader das Obmannamt und wurde 1991 von Alfred Wilhelm abgelöst. Nach und nach begannen die Bauern wieder mit der Schafzucht, und die Mitgliederzahl des Vereins begann wieder zu wachsen. Es wurden großartige Bälle im Zugspitzsaal mit bekannten Musikgruppen veranstaltet (z. B.: "Die Moos-Kirchner", das "Goldried Quintett" oder "Die Zillertaler").

Der Schafzuchtverein war federführend bei der Wiedereinführung des Faschingsumzuges, der im Jahre 1995 in Ehrwald stattfand. Auf Anhieb gelang es, dass mehr als 20 örtliche Vereine der Durchführung eines Umzuges in Ehrwald zustimmten. Durch den großen und persönlichen Einsatz sämtlicher Vereine wurde der Fasnachtsumzug zu einem vollen Erfolg für alle Teilnehmer und Zuschauer.

Es wurde ein Faschingskomitee gewählt, das sich wie folgt zusammensetzt:

  • Obmann: Patrick Wilhelm
  • Mitglieder des Ausschusses: Hannes Klotz, Viktor Hohenegg, Konrad Kerber, Herbert Kreuzer und Josef Paulweber.

Am 22. Februar 1998 ist es wiederum soweit! Der Auschuß des Faschingskomitees freut sich auf eine gute freundschaftliche Zusammenarbeit mit allen beteiligten Vereinen, Behörden und Idealisten im Dorf.

Heute können wir voller Stolz auf 20 Züchter und 118 Mitglieder verweisen. Die Schafzucht und Haltung hat in Ehrwald wieder einen hohen Stellenwert bekommen. Die Landwirtschaft ist neben dem Tourismus einer der wichtigsten Faktoren für unser Dorf. Die Schafzucht, unser gemeinsames Hobby, wird uns, so hoffen wir, auch für die nächsten Jahre zusammenhalten.

Ausschuß im Jubiläumsjahr 1997:

  • Obmann: Alfred Wilhelm
  • Stellvertreter: Josef Somweber
  • Zuchtbuchführer: Josef Paulweber
  • Kassier: Hans Hohenegg
  • Beisitzer: Patrick Wilhelm und Arnold Schretter